2015.

Ich war hart blog-faul dieses Jahr. Vielleicht mach ich einfach einen Jahresrückblick-Blog draus. Dafür find ich immer Zeit. Ende 2014 (der gesamte Rückblick hier) schrieb ich Folgendes:

Auf was ich ich 2015 konkret freue, sind das neue Monarchy-Album (für Schmalz-Synthie-Liebhaber), das Debüt von Adam Angst (wenn man sich mal richtig geil anschreien lassen möchte) und das neue Album von Twin Shadow (ENDLICH!).

Und – Überraschung! – es kam natürlich anders. Adam Angst lieferten gut ab, aber Monarchy und vor allem Twin Shadow enttäuschten mich schon ziemlich. Dafür machten mir andere ganz unerwartet Freude. Und deshalb hier: 2015 im musikalischen Rückspiegel.

Bad News

Die schlechten Nachrichten zuerst: Natürlich gab es auch dieses Jahr Tiefpunkte, die mich traurig machten, weil ich mehr erwartet hatte bzw. die Künstler eigentlich sehr zu schätzen weiß. Allen voran: Disclosure. Nach frühzeitigen Vorab-Tracks wie „Apollo“ jubelte ich schon innerlich, weil ich hoffte, dass das zweite Album des Duos ein bisschen mehr Tanz-Bumms und weniger Pop beinhaltet. So wie früher, BEVOR SIE COOL WAREN und noch Tracks wie „My Intention Is War“ produzierten. War wohl nichts. „Caracal“ ist kein schlechtes Album, es ist einfach nur nicht so spannend, wie es hätte werden können.


Auch enttäuschend, aber schon absehbar: The Weeknd. „Beauty Behind The Madness“ ist eben auch Beauty For The Masses. Auch hier greift das Hipster-Klischee: Früher war er einfach cooler. Die Ironie: Trotzdem hat The Weeknd den wohl besten Pop-Song des Jahres veröffentlicht. Geile Überleitung.

Best Songs

Das eingängigste, tanzbarste, coollste Ding, das 2015 die Charts erobert hat, war definitiv „Can’t Feel My Face“. Warum? RnB, Pop, der obligatorische Michael Jackson-Vergleich, sexy, fett arrangiert, geiles Video – deshalb gönn ich es The Weeknd, dass er jetzt kein Geheimtipp mehr ist und Rihanna im Sommer auf Tour begleiten darf.

Auch ganz groß, wenn auch auf eine ganz andere Art und Weise: Lana Del Rey. Dass das Album eher eine auditive Schlaftablette ist – geschenkt. „High By The Beach“ bleibt dafür grandios.

Direkt am Anfang des Jahres haute mich die EP von Schwarz Don’t Crack komplett aus dem Socken. Eigentlich sind alle vier Songs großartig, doch bei „Little Pieces“ war es sofort Liebe.

Und wie sollte es anders sein? Natürlich komm auch ich nicht drumherum, die allgegenwärtigen Wanda in meine Jahrescharts aufzunehmen. Das zweite Album „Bussi“ hat viele Stärken – die größte ist vielleicht „Meine beiden Schwestern“.

Best Albums

Die besten Alben und EPs des Jahres in zufälliger Reihenfolge (mit Spotify-Links):

Schwarz Don’t Crack – EP
Future RnB-Club-Sex-Musik. Mehr davon.

Kelela – Hallucinogen
Sehr cool, sehr entspannt, tolle Stimme – RnB 2015.

Jamie Woon – Making Time
GROßE FREUDE! SEXY TIME! Recht unerwartet war plötzlich Jamie Woon zurück. Während James Blake und Co mit ihrem Post-Dubstep-Gedöns durch die Decken gingen, zog Woon sich nach dem ersten Album zurück – um umso stärker ein paar Jahre später wiederzukommen. Herrlich.

Bilderbuch – Schick Schock
Eine bessere Entscheidung, als den klassischen Indierock hinter sich zu lassen und stattdessen was ganz Eigenes, bewusst Konstruiertes zu schaffen, hätten Bilderbuch wohl kaum treffen können (auch wenn der 2009er-Song „Calypso“ besonders live ein geiles Brett ist!)

Everything Everything – Get To Heaven
Das gleiche Geheimrezept – Scheiß auf deine Indie-Wurzeln und mach was Neues – nahmen sich auch Everything Everything zu Herzen und schafften es, aus der Beliebigkeitsversenkung wieder aufzutauchen.

Shamir – Ratchet
Verrückt, wild, undefinierbar. Shamirs happy dancy pop lässt sich schwer beschreiben, aber umso besser hören. Next cool kid.

Kid Wise – L’innocence
Das allerallerschönste, was mir dieses Jahr passiert ist. Kid Wise machen auch Indiepop Kunst. Fette Arrangements, Songs, die auch einfach mal 7 Minuten dauern, eine wahnsinnige Energie, Emotionen, ein Hauch Woodkid-Melancholie, einfach ALLES stimmt hier. Große Liebe.

Argy & Mama – Dominonation
Geiles 90s-Revival. Tanzbar, cool, genau die richtigen Eurodance-Elemente recycelt und mit modernem Kram gepaart. Läuft.

Auch ganz geil

Ebenfalls hörenswert:
Hot Chip – Why Make Sense?
Blur – The Magic Whip
Wanda – Bussi
Hanna & Kerttu – Forest Pop
Bürgermeister der Nacht – In Champagnerlaune
Foals – What Went Down
Robot Koch – Hypermoment
The Libertines – Anthems For Doomed Youth

Nachtrag: Ich hab tatsächlich Jamie XX und K.I.Z. vergessen. Das ist ein bisschen peinlich.

Hype-Alben, die irgendwie an mir vorbei gegangen sind

Weil sie mich nicht interessieren, ich sie nicht verstehe oder ich einfach verpasst hab, sie anzuhören – tut mir leid, John Grant, Sufjan Stevens, Kendrick Lamar, FKA Twigs, Grimes und Tame Impala.

Und 2016?

Alben, auf die ich mich jetzt schon freue, gibt es auch ein paar. Nächstes Jahr steigen Bloc Party, The Toxic Avenger, Last Shadow Puppets, Jack Garratt, RaRaRiot und Ben Khan in den Ring. Das wird fantastisch.

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