Je ne regrette rien: Guilty Pleasure ESC

Seit ich lange wach bleiben darf (also so seit ich 10 bin vielleicht), guck ich intensiv, bewusst und ohne Scham jedes Jahr den Eurovision Song Contest (der damals natürlich noch diesen verdammt fancy französischen Namen trug). Ich mag Pop, ich mag Absurditäten, ich mag die gehässigen Kommentare von Peter Urban (nicht verwandt oder verschwägert) – ich mag das ganze Ding. Was ich nicht mag: meistens die Gewinner. Meine Favoriten gewinnen nie. Deshalb hier eine kleine Ehrerweisung an alle, die mein Herz kurzfristig erobert haben (und mich vor Schadenfreude haben lachen lassen. Ehre, wem Ehre gebührt).

2010
Das Lena-Jahr. Die sympathische Lena aus Hannover, damals noch gar nicht sooooo schrecklich düüüüünn (Schnauze halten. Alle miteinander.) gewinnt das Ding. Mein persönlicher Favorit aus Gründen der Skurillität: Moldawien. SunStroke Project und Olia Tira mit „Run Away“ überzeugten mich in wenigen Sekunden. Und Schuld daran war einzig und allein Epic Sax Guy. (Den es übrigens auch im Zehn Stunden-Loop gibt. Dankt mir später.)

2011
Aserbaidschans Ell & Nikki gewinnen mit der Standard-Powerballade „Running Scared“. Der deutsche Versuch, das Lena-Wunder zu wiederholen, scheitert (OH, WIE ÜBERRASCHEND). Highlights? Keine.  Mit Blue hat sich eine meiner liebsten Boyands vergebens für UK prostituiert/geopfert  (Platz 11) und Top-Thema des Jahres waren eh die Frisuren der irischen Kandidaten Jedward.

2012
Schweden gewinnt mit Loreen und „Euphoria“, was auch irgendwie okay war. Mehr gegönnt hätte man es natürlich den süßen Babuschkas aus Russland, die irgendwie gar nicht recht wussten, wie ihnen geschieht. Achja, und für Deutschland blieb der süße Roman Lob herrlich unauffällig.

2013
Die zarte Emmelie de Forest holt mit „Only Teardrops“ den Sieg für Dänemark. Cascada verkacken es für Deutschland mit einem Abklatsch des Vorjahressiegers (Platz 21). Sonst ein herrlich skurilles Jahr: Bonnie Tyler blamiert sich für UK (Platz 15), gut gelaunte Griechen trällern einen Song mit dem Titel  „Alcohol is free“ und der rumänische Opern-Vampir Cezar lässt alle erstaunt zurück.

2014
The Year of Conchita Wurst. Deutschland holt mit Elaiza einen schnöden Platz 18. Wer hätte gewinnen sollen (und stattdessen auf einem sehr guten Platz 4 landete): Aram MP3, der trotz des doofen Namens mit „Not alone“ eine sehr gute Pop-Nummer mit Dubstep-Elementen ablieferte, die ich mir tatsächlich bis heute noch ab und zu gerne anhöre.

2015
Wieder gewinnt  Schweden, diesmal mit dem aparten Mans Zelmerlöw und seinem Song „Heroes“. Deutschland stellt mit Ann-Sophie den Prä-Lena-Status wieder her und belegt nach 2005 (Gracia) und 2008 (No Angels) endlich wieder den letzten Platz. Sonst: lahmes Jahr.

2016
Gestern nun holte sich die Ukraine mit einer Geschichtsaufarbeitungs-Drama-Ballade den Sieg. Deutschland zeigt Konstanz und wird mit Jamie-Lee Letzter. Geil hingegen: Spaniens gut gemachte Disco-Pop-Tanznummer. Mit weitem Abstand das Beste, was der ESC seit Jahren gesehen und vor allem gehört hat: Georgien mit elektronisch aufgepeppten Alternative-Indierock-Zeug. Richtig, richtig gut und saucool. (Dass beide Acts nur Platz 22 bzw. 20 belegten, spricht auch irgendwie für sich…)

Fazit: Immer wieder ein großer Spaß. Eigentlich wollte ich nächstes Jahr mal hinfahren, aber Ukraine ist mir dann doch zu brenzlig. Vielleicht 2018.

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