50% 2016

Hälfte des Jahres ist rum – und bevor so manche Perle wieder vergessen und in der Versenkung verschwunden ist, bevor die großen Jahresrücklicke anstehen, gibt es heute mal einen Halbjahresrückblick. Welche Alben und (späte) Neuentdeckungen haben die ersten sechs Monate ausgespuckt?

2016, was geht?

Allgemein lässt sich jetzt schon feststellen: 2016 ist wieder ein fettes Albumjahr. Große Namen wie Drake, Beyoncé oder Radiohead haben mit neuen Werken mehr oder weniger überrascht und auch wenn mich alle drei nicht so sehr interessieren, seien sie an dieser Stelle zumindest lobend erwähnt. Was hat sich aber in meinem persönlichen musikalischen Mikrokosmos so abgespielt? Erst die Enttäuschungen: James Blakes „The Colour in Anything“ ist irgendwie erschreckend trantütig geworden und Digitalism sind jetzt irgendwie Indie oder so. Was soll denn das?

Schon wieder deutschsprachig

Waren es letztes Jahr noch Bilderbuch und Wanda, die mir die Vaterlandsmuttersprache näherbrachten, gibt es dieses Jahr zwei neue heiße, hippe und etwas verwirrte Anwärter. Einerseits GOLF, ungooglebar, dafür aber auch mit einem unfassbar lässigen, spaßmachenden Debütalbum am Start. Und auf der anderen Seite Stabil Elite, die feinsinnig, etwas abgehoben und abstrakt das Leben besingen.

Elektronischer Megashizzle

Weitere angenehme Überraschungen bescherten einige alte Bekannte:

  • Jimmy Edgar – fantastische neue „In die Fresse/auf die Tanzfläche“-EP.
  • Disclosure – vergessen endlich den großen Pop und bringen eine krasse EP raus
  • Sepalcure – großartiges neues Album
  • Gold Panda – entdeckt Asien weiter für sich und macht daraus gewohnt fein geschliffene Tracks

Frischfleisch

Was es so Neues auf dem Radar gibt? Zum einen DAUNT, der schon 2015 auf einem Kitsuné-Sampler rumdümpelte, von mir ignoriert und jetzt wiederentdeckt wurde. Ran da, bevor der Hype losgeht. Mein absoluter neuer Liebling: ALMA, endlich mal wieder Musik aus Finnland, mit einem der Ohrwürmer des Halbjahres. „Karma“ will get you (erste MP3-Single, die ich dieses Jahr gekauft hab), Pop lebt, juhu. Marian Hill gehört eigentlich nicht in diese Reihe, aber da das Duo es endlich geschafft, ein Debütalbum zu veröffentlichen, soll das nicht unerwähnt bleiben – auch wenn es etwas enttäuscht und der Sound auf Albumlänge zu wenig Abwechslung bietet.

Liebeliebeliebe

Mehr als Eintagsfliege und One-Hit-Wonder: Jack Garratt. Einer der sympathischten, talentiertesten, leidenschaftlichsten Menschen, die ich je auf einer Bühne gesehen habe. Das Album übertrifft alle hohen Erwartungen, die ich hatte, da ist kein schwacher Song dabei, Jack Garratt beherrscht von Gänsehaut-Tränen-Nummern über hymnenartige Arrangements bis zum „Ich hab mir beim Durchdreh-Tanzen im Wohnzimmer die Wade gezerrt“-Track das gesamte Sortiment. Wenn ich Favoriten wären müsste (und das fällt mir echt schwer): Chemical, Far Cry, Falling, The Love You’re Given, ach, ALLE. (ja, ich in im Besitz einer signierten Doppel-CD-Box/Deluxe Version. Sorry not sorry.) Er ist das Beste, was dieses Jahrzehnt bis jetzt hervorgebracht hat. Selbst covern kann er wie ein junger Gott.

Advertisements

Kommentieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s